Audi treibt EEBUS-Standard für intelligente Vernetzung von E-Auto und Gebäude voran

Der etron wird als erstes Elektroauto ein vernetztes und damit sicheres Laden im Zusammenspiel mit Energiemanagern
(Home Energy Management Systems, HEMS) nach dem EEBUS-Standard unterstützen.

source: Audi

Die Entwicklung des Systems erfolgte bei Audi zusammen mit den Energiemanager-Herstellern SMA und Hager. Durch den offenen EEBUS Kommunikationsstandard lässt sich die Ladetechnik künftig auch mit anderen HEMS vernetzen. Beim Plugfest kamen z.B. auch HEMS von der TQ Systems GmbH, Porsche und Viessmann sowie weitere vernetzte Ladesäulen zum Einsatz.

„Plugfest E-Mobility“ bei Audi Brussels

Audi Pressemitteilung


Intelligent vernetzt: SMA Data Manager beim 3. Plugfest E-Mobility erfolgreich getestet

„Auf dem Energiemarkt rücken Energieerzeuger, Verbraucher und Netze immer näher zusammen. Komponenten in Energiesystemen, die über EEBUS kommunizieren, sprechen dieselbe Sprache. Das macht eine bessere Abstimmung und Optimierung der Energieflüsse möglich“, sagt Maik Brüschke, Leiter Product Group Solutions bei SMA.

SMA Pressemitteilung


Das per EEBUS vernetzte Laden von Elektroautos dient vor allem drei Anwendungen:

  • Überlastschutz: Startet das Elektroauto seine Ladung, während zeitgleich andere große Verbraucher wie etwa eine Wärmepumpe oder ein Durchlauferhitzer arbeiten, dann kommt die Stromversorgung im Haus leicht an ihre Grenzen. Der Energiemanager kann die Leistungen der Verbraucher dank dieses EEBUS-Anwendungsfalls so regeln, dass die maximale Anschlussleistung nicht überschritten wird.
  • Eigenverbrauchs- oder Tarifoptimierung: Um möglichst viel kostenlosen Strom aus der eigenen Solaranlage für das Laden einzusetzen, kann der Energiemanager den Ladevorgang entsprechend steuern. Das kann künftig auch über Tarifimpulse bei einem Überangebot an Wind- oder Solarstrom aus dem Netz gesteuert werden.
  • Koordiniertes Laden zur Netzstabilisierung: Wenn künftig viele E-Autos abends zur gleichen Zeit zum Laden angeschlossen werden, dann drohen Versorgungsengpässe im lokalen Stromnetz. Durch die EEBUS-Kommunikation laden nicht alle Autos gleichzeitig mit voller Leistung. Sie lassen sich über ihre Standzeiten verteilt mit flexibler Leistung aufladen. Die EEBUS-Kommunikation ermöglicht dabei die Koordination von Angebot, individuellem Ladebedarf und verfügbaren Zeiten oder Prioritäten zwischen dem Netz und den einzelnen Haushalten bzw. E-Auto Ladesäulen.

Der EEBUS-Kommunikationsstandard für die vernetzte Ladetechnik definiert all diese Anwendungsfälle und stellt auch Schnittstellen zu anderen EEBUS-Anwendungen, etwa für den flexiblen Einsatz von Wärmepumpen oder Haushaltsgeräten her. Mit dem finalen Plugfest ist dieser Teil der EEBUS Spezifikationen und Anwendungsfälle fertig und wird nun zur Standardisierung eingereicht.

2019-02-03T01:13:49+02:00